Christian Kathriner












Archiv


Text


Bibliographie


Publikationen












Impressum

Prix de Rome MMV

2004-2005
Stahlbeton, Ahorn, Kristallglas, C-Prints, Dispersion
~450 x 850 x 1350cm (Raummasse)

Kunstmuseum Luzern
Temporäre Installation, Ausstellung anlässlich der Verleihung des Ausstellungspreises der Kunstgesellschaft Luzern 2004
Vom 10.12. 2005 bis zum 29.01. 2006 (kuratiert von Christoph Lichtin)

Anlässlich der letzten Jahresausstellung wurde dem 1974 in Sarnen geborenen Christian Kathriner der Ausstellungspreis zugesprochen. Diesmal fand die damit verbundene Kabinettausstellung parallel zur Jahresausstellung statt. In einer neuen, raumgreifenden Installation vereinte Kathriner die Medien der Skulptur, Zeichnung und Wandbemalung zu einem klassizistisch anmutenden Gesamtkunstwerk. Mit dem Titel „Prix de Rome MMV“ nahm er auf die traditionellen Künstlerwettbewerbe Bezug, denen sich die in Rom ansässigen Künstler stellten. In diesem jährlichen Konkurrenzkampf hatten sich diese jeweils dem gleichen vorgegeben Thema zu stellen. Die Konkurrenz ist heute ebenso vorhanden und der Ausstellungstitel wollte denn auch auf die heutige Situation anspielen, wenn auch die Aufgabenstellung allein den Künstlerinnen und Künstlern übertragen ist. Im Zentrum der Arbeit standen zwei Architekturmodelle, die auf zwei in Beton gegossenen Möbelskulpturen gesetzt waren. Für die Entwicklung der Architekturen lieferte ein Text von Leon Battista Alberti über die Pferdehaltung die Inspiration, während die Beine der beiden Tischsockel direkt nach einem Zinkguss-Tischbein von Karl Friedrich Schinkel abgeformt waren. An den Wänden befanden sich Pläne der Modelle und Skulpturen im selben Massstab. Den Raum selbst hat der Künstler durch einen grauen Anstrich und weisse Bordüren in seiner architektonischen Qualität verändert. Die Strenge der Architektur, das Motiv der Greifenpranke und des Haupts des jugendlichen Herkules in Schinkels Tischbein machten deutlich: Wir sind im Reich des Ideellen angelangt. Wohl zwar unbeabsichtigt, aber doch auf reizvolle Art und Weise verband sich Kathriners Installation sowohl mit der gleichzeitigen Ausstellung Josef Reinhards, die viel über das Metier des Künstlers vor 200 Jahren erzählte, als auch mit der aktuellen „Leistungsschau“ der Zentralschweizer Jahresausstellung. Und bei aller scheinbar abgehobenen Strenge blitzte zwischendurch ein Augenzwinkern auf, was den Genuss des grandiosen Bedeutungsgeflechts, mit dem Kathriner uns hier verlockt hatte, noch zu steigern vermochte.
(Peter Fischer, in: Jahresbericht der Kunstgesellschaft Luzern 2005, S. 25)



Weitere Literatur:

Lichtin, Christoph
Ich baue für stramme Gemüter. Christian Kathriner Bielefeld, 2012